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ULTRA
2006 29. Duisburger Akzente Pauluskirche, Duisburg
Vorwort zur Installationsdokumentation
Mit ihrer multimedialen begehbaren Stahlinstallation ULTRA hat Romi Fischer ein Kunstwerk geschaffen, das sich im Spannungsfeld von Zeit, Raum und Ewigkeit situiert. In einleuchtenden Konzeptionen und der Konzentration auf Wesentliches werden Fragen zum Menschsein, zu seinen Konstanten und seiner Endlichkeit aufgeworfen.
Romi Fischer reiht sich mit dieser Arbeit ein in die Schar von Künstlerinnen und Künstlern, die Werke und Räume mit sakralem Charakter geschaffen haben und geeignet sind, auf das Geheimnis der göttlichen Welt hinzuweisen.
Ich bin überzeugt, dass gegenwärtig eine Renaissance des Sakralen und Religiösen im Gange ist – nicht nur im Bereich der Bildenden Kunst. Dies, weil die Zeiten mit dem Aufflammen des weltweiten Terrorismus in den Augen vieler Menschen wieder instabil geworden sind und Wörter wie „Unsicherheit“ und „Orientierungslosigkeit“ den Stand unserer Befindlichkeit am treffendsten beschreiben. Aber natürlich zeigt sich die sakrale Kunst heute in anderem Gewand als früher.
Was sakrale Kunst heute verdeutlichen kann, ist die Gegenwart eines wie auch immer gearteten Gottes unter den Menschen. Dabei geht es nicht darum, Unsichtbares sichtbar zu machen oder Abbilder zu schaffen. Es geht vielmehr um das Ermöglichen von existenziellen Erfahrungen. Wie sich in einem künstlerisch gestalteten Raum die Menschen platzieren, wie einzelne Werke wirken, wie sich Licht und Schatten verteilen, das alles kann einem bewusst machen, wie Gott unter den Menschen wohnt, wie weit der normale Alltag von sakralen Vorstellungen geprägt und durchdrungen ist.
Ich bin stolz darauf, dass die Zürcher Künstlerin Romi Fischer von der Stadt Duisburg eingeladen wurde, in der Pauluskirche ihre persönliche Antwort auf die Frage „Woran glauben?“ in Form dieser eindrucksvollen multidimensionalen Rauminstallation zu geben. ULTRA lädt uns alle ein, sich der gleichen Frage zu stellen. Ich bin deshalb sehr froh, dass das Kunstwerk in der vorliegenden Dokumentation einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, und danke allen, die dazu einen Beitrag geleistet haben.
Dr. Jean-
Direktor Abteilung Kultur der Stadt Zürich