Altarraum - Romi Fischer Künstlerin

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Altarraum

Sakrale Aufträge

ALTARRAUM

Kapelle im Städtischen Klinikum zu den Rehwiesen
Duisburg 2001/02

Gesamtausstattung des Altarraumes:
Altar, Rednerpult, Spruchband, Kreuz, Kerzenständer
Material: Stahl und Bronze

Symbolik der Objekte:
Material, Form und Farbe der Objekte haben Symbolcharakter, ebenso die Herstellungsweise. Alles ist aufwändige Handarbeit.
Im ganzen Werk kommen Polaritäten und Bedingtheiten menschlicher Existenz zum Ausdruck: Dunkel und hell, statisch und bewegt, in sich geschlossen und aufstrebend, klare einfache Formen und komplexe Strukturiertheit, Tragendes und Getragenes, Vergängliches und Ewiges.
Das Dunkel wird durchschimmert vom Licht (Eisengestell), das Statische aufgebrochen vom Dynamischen (vom Kreuz wegstrebende Christusfigur), das Vergängliche transformiert in Unvergängliches (Verhältnis von schwarzem Eisen und goldfarbener Bronze), usw.
Alle Hauptmasse sind durch sieben teilbar, die biblische Zahl der Fülle und der Wandlung.
Das Lesepult ist im Altarbereich der Ort, wo das Wort Gottes verkündigt wird. Die vordere und hintere Kreuzform des Ständers bilden eine Grenze zwischen einem Innen- und einem Aussenraum. Wo das Wort Gottes erklingt entsteht Lebensraum im Innern des Menschen. Der Weg von Innen nach Aussen, zu Mitmensch und Schöpfung und umgekehrt, von Aussen nach Innen, ist nur möglich durch das Kreuz hindurch. Aber dieser Weg ist ein Heilsweg.
Das T-Kreuz an der Wand ist ein zentrales Heilszeichen des alttestamentlichen Gottesvolkes (vgl. Ez 9,4) und spielt auch eine grosse Rolle im Leben des heiligen Franz von Assisi. Christus als der Auferstandene strebt vom Kreuz weg, steht aber noch ganz in Beziehung dazu. Der Korpus trägt die Spuren des Martyriums, nun aber verwandelt in Leben und Herrlichkeit.
„Ich bin bei Euch alle Tage!“ In ein leuchtendes Schriftband aus Bronze ist die grosse Verheissung des auferstandenen Christus eingekerbt: Im Wort der Heiligen Schrift, in der Feier des Abendmahles, als Heiliger Geist im Innersten des Menschen wird Gott bis ans Ende der Zeit beim Menschen sein.
„Nehmt und esst alle davon, das ist mein Leib!“. In der Gestalt von Brot und Wein gibt Gott sich auf innigste Weise dem Menschen hin, damit dieser Anteil erhalte am Wesen und Leben Gottes. So wird der Altar zur Quelle des göttlichen Lebens, das alles neu schafft. Die in verschiedenen Goldtönen schimmernde Altarplatte aus Bronze, aufs vielfältigste strukturiert durch verschiedenste Bearbeitungen, erinnert an fliessendes Wasser in seiner Ausdrucksvielfalt, das vom abendlichen Sonnenlicht überflutet wird. Alles ist in Bewegung, im Fluss. Das verweist auf den Prozess innerer Bewegtheit und Wandlung im Menschen, wenn er sich dem schenkenden Gott öffnet.
Der Osterkerzenständer hat eine majestätische Form und Grösse. Durch seine aufstrebenden und tragenden Formteile ist er als Lichtträger eine sichtbare Verkörperung für die Präsenz Gottes in dieser Welt.

Duisburg, Ostern 2001        Pia Maria Hirsiger, Theologin


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